ein Freund, was ist das?

Sie hatte sich kurzfristig mit ihm verabredet.

Normalerweise sah man sich alle paar Wochen, und dann wurde fast nur über andere gelästert, aber nicht über persönliche Probleme gesprochen. Es war halt eine gute unaufdringliche und absolute nicht klammernde Freundschaft. Und er war zwar viel jünger als sie, aber das war nie ein Thema gewesen.

Er kam spät, als sie fast schon gehen wollte.

Und dann fing es an zu regnen. Herrgott, musste es in diesem verschissenen Sommer eigentlich immer anfangen zu regnen?

Nachdem sie eine Weile unter den Bäumen gestanden hatten und sie trotzdem ziemlich nass wurden, setzten sie sich in das nach Pommesfett stinkende riesige Café, in dem drei übellaunige Kellner standen und drei gutgelaunte Gäste saßen.

Sie redeten über die Krankheit und das Sterben. Und wie das geht. Nein, sie war nicht selber betroffen, es ging um eine nahe Verwandte von ihr.

Und er erzählte ihr einiges, bei dem sie fast weinen musste. Über die Schmerzen, über Schmerzmittel, über Sterbe-Hospize, und dass man schlecht hineinkommt, wenn man keine Beziehungen hat. Und dass man selber nicht mehr die Kraft hat, so etwas in die Wege zu leiten, also total abhängig ist von anderen Leuten... Und über die Schmerzmittel, die man nicht mehr verlangen kann, weil es nicht mehr geht - über die körperlichen Veränderungen, bis man dann endlich stirbt...

So schlimm ist es?
Es ist beschissen schlimm!
Vielleicht sollte man doch besser Vorsorge treffen. Eine Knarre oder so was.
Ich habe Sachen, die sollen ganz gut wirken.
Würdest du sie mir geben?
Klar doch! Aber wer bringt sich schon um?
Ich habe keine Ahnung, aber ich will nicht so enden!
Ach Gottchen, es muss ja nicht so kommen, und wenn, dann würde ich mich um dich kümmern.
Das würdest du tun?
Klar doch, warum nicht?
Du bist verrückt!

Sie fuhr nach Hause, und es war nicht mehr so schlimm wie vorher.
punctum - 12. Jul, 23:01

naja, ich weiß das. es ist beschissen schlimm. nicht mehr ganz so schlimm, wenn da jemand ist, der einen in die arme nimmt und hilft. ein so schwieriges thema. wie auch immer - zuneigung und einfach-da-sein helfen. ich wünsche dir und mir und überhaupt jedem freunde, die auch in solchen situationen da sind.

Iggy - 13. Jul, 06:41

freunde ja, das wünsche ich auch allen.
und manchmal kommt hilfe von einer seite, wo man sie überhaupt nicht vermutet hat.
antworten
punctum (Gast) - 13. Jul, 21:14

sie haben post...
antworten
Iggy - 13. Jul, 21:24

noch ist nix da. die leitungen sind wohl verstopft....
antworten
Daniela (Gast) - 13. Jul, 06:03

Das hat mich schon sehr bewegt...

iggy (Gast) - 13. Jul, 06:46

manchmal denke ich, dass ich zu persönlich hier werde, aber immer lustig kann ich nicht, nicht jetzt...
antworten
fata morgana - 13. Jul, 08:47

ja, mit dem "zu persönlich werden", ist so eine sache, die auch mir immer wieder durch den kopf geht...

gestern abend spät noch, habe ich bei dir gelesen und deine vielen seiten wahrgenommen (nicht zum ersten mal). nur die worte haben gefehlt, es dir zu schreiben. nachdenkliche zeilen, aber sehr schön.

liebe grüße an dich
antworten
Iggy - 13. Jul, 10:48

danke antje, ich bin auch hin und hergerissen, von wegen zu persönlich. aber ich glaube, ich werde das durchziehen, werde auch ein paar fakten bringen, ich will keine quoten damit schinden, aber vielleicht gibt es einige, die sich davon abschrecken lassen und vielleicht mit dem rauchen aufhören.
antworten
Ansuzz - 13. Jul, 08:18

Du hast Recht! Immer nur lustig geht nicht! Krankheit und Sterben gehören zum Leben. Leider möchte unsere Gesellschaft das gerne ignorieren, totschweigen.

Ich war schon dabei, musste zusehen und habe mir gewünscht, ich hätte mehr tun können! Aber das einfach Dasein wahr schon viel wert!

Iggy - 13. Jul, 10:47

meistens kann man nicht mehr tun, als dabei zu sein. aber es gibt auch leute, die niemanden haben, und die tun mir ganz furchtbar leid.

ja, es wird verdrängt, es macht den leuten angst, in der stadt kriegt man ja schon krämpfe, wenn man einen toten vogel sieht ...
antworten
Trick_17 - 13. Jul, 11:33

Mir geht es auch so..

immer lustig ist kein Mensch. Oder man ist nicht menschlich.

Und gut, wenn man solche Freunde hat. ;-)

LG evi

Iggy - 13. Jul, 12:27

manche menschen sind wirklich immer sooo gut drauf, egal was passiert - ich finde das ist ein bisschen zuviel positives denken...
ja und freunde sind selten, gute freunde...
antworten
flor - 13. Jul, 11:52

das geht ganz schön an die "nieren"...
schön, dass du auch mal so etwas reingestellt hast...
eine knarre ist nicht sehr schön, da gibt es wesentlich humanere möglichkeiten...

Iggy - 13. Jul, 12:32

ich muss mch schon mal kundig machen, so für alle fälle... aber ob man's könnte?
antworten
flor - 13. Jul, 13:44

es kommt auf die gründe an...z.b. ist "nicht mehr änderbar" ein grund...
antworten
Iggy - 13. Jul, 15:46

das wäre einer, aber man würde vielleicht doch bis zum ende an ein wunder glauben.
antworten
flor - 13. Jul, 20:11

nicht abänderbar ist nicht abänderbar, da helfen keine wunder. was anderes ist es, wenn hoffnung besteht auf abänderung...
aber hast schon recht, manches will man dann auch einfach nicht wahr haben...
antworten
Iggy - 13. Jul, 21:27

ich hoffe, ich hätte die kraft, vorher was zu machen. und nicht erst, wenn es nicht mehr geht.
antworten
flor - 13. Jul, 21:51

das wünscht sich wohl jeder...sei stark!
antworten
Iggy - 13. Jul, 22:05

noch ist es ja nicht so weit, aber ich werde schauen und lernen und vielleicht auch stark sein...
antworten
flor - 13. Jul, 22:10

ich schick dir eine mail...
antworten
Iggy - 13. Jul, 22:20

hier kommt nix durch! mal gucken, morgen...
antworten
flor - 13. Jul, 22:31

ich habe eben so einen komischen hinweis von meinem provider bekommen, wenn morgen nix da ist gib mir bescheid, dann nehme ich einen anderen weg...
antworten
Iggy - 13. Jul, 22:41

scheint so, als würde hier gar nix ankommen, auch von punctum nit...
aber wir haben noch hoffnung!
antworten
flor - 13. Jul, 23:07

ich habe einen anderen weg genommen, mein provider mag aol nicht...ist mir schon zum zweiten mal heute passiert aber nur bei aol...
antworten
Iggy - 14. Jul, 08:42

aol ist manchmal ziemlich bockig. von "bilderhochladen" kriege ich seit monaten keine mails mehr.
aber ist angekommen...
antworten
flor - 14. Jul, 11:57

wahrscheinlich aber über yahoo, gell? nicht über telefonica...
manchmal frage ich mich woran so etwas liegt...
antworten
Windrider - 13. Jul, 13:55

Hi Iggy,

danke für deinen Text. Der Freund meiner Schwester D., der gerade seinen Hautkrebs überwunden meinte, hat nun doch Metastasen in der Lunge. Selbst als man bei ihm den Hautkrebs diagnostiziert hatte, wollte er nicht mit dem Rauchen aufhören!! Und nun ist es wirklich schlimm und ich fühle mich auch gegenüber meiner Schwester so richtig hilflos. Ich müßte sie anrufen und weiß einfach nicht, was ich ihr Tröstliches sagen könnte. Dabei hat sie es doch auch so schon schwer genug, es ist zum Heulen.
lieben Gruß Windrider

Iggy - 13. Jul, 16:01

ja, jetzt ist es wirklich schlimm, und ich wüsste auch nicht, was ich an deiner stelle zu deiner schwester sagen sollte. aber vielleicht ist er ja noch operabel, der krebs, und dann hat der freund deiner schwester eine chance, wenn auch nur eine minimale. er könnte bis zu fünf jahren weiterleben. hoffen wir das beste.
liebe grüße zurück
antworten
schlafmuetze - 14. Jul, 22:52

Hallo Windrider ..

.. ruf sie einfach nur an ... du mußt nichts tröstendes sagen. Frag was die Ärzte meinen, was nun gemacht wird, wie es dem Freund im Moment geht... ! Es ist einfacher als du meinst. Und für deine Schwester enorm wichtig, damit sie darüber mit jemanden reden kann.
*LG*

Nachtrag @ Iggy .. man hat immer eine Chance... nämlich die zu kämpfen. Und niemand kann vorher sagen, wie es ausgeht.
*LG*
antworten
iggy (Gast) - 14. Jul, 23:09

manchmal reicht die kraft nicht mehr zum kämpfen. oder doch vielleicht? ich hoffe es...
liebe grüße zurück
antworten
schlafmuetze - 15. Jul, 00:36

Liebe Iggy ...

sicher hast du recht. Einige Menschen haben nicht die Kraft zu kämpfen...! Dann muß man dem jenigen Mut machen... ihm zur Seite stehen ... "Freund sein".
Dein Beitrag, die Schilderung, klang so hoffnungslos. So negativ haben wir es nicht erlebt.

Jeder Mensch macht ganz unterschiedliche Erfahrungen mit dem Sterben und dem Tod. Viele ignorieren das Thema... aus Angst ??? ... dabei werden wir alle sterben.
Ich finde gut, das du diesen Beitrag geschrieben hast, denn je mehr wir uns mit Krankheit und Tod beschäftigen, auseinander setzen, desto natürlicher wird der Umgang mit dem Thema, aber auch mit Menschen, die uns brauchen.
Wir müssen es zulassen.
Liebe Grüße :-)
antworten
Iggy - 15. Jul, 09:58

liebe schlafmütze,
das sterben ist für mich nicht das schlimme, sondern das was davor kommt, und das muss schrecklich sein.
wenn dann noch jemand wie meine schwester, die so lebenslustig ist, erfährt, dass sie vielleicht nur noch drei monate zu leben hat, und das jetzt schon mit starken schmerzen, dann kann ich es nicht fassen und auch nicht akzeptieren.
und wie muss es ihr dann erst gehen? es ist so sinnlos und einfach nicht fair.
ich kann mich nicht damit abfinden, aber ignorieren kann ich es auch nicht.
antworten
Hoshi - 13. Jul, 15:09

Fühl (((dich))) umarmt von mir!

Iggy - 13. Jul, 16:06

danke hoshi, ich werde es aber weiterleiten, das (((umarmen))) - sie hat's nötiger als ich.
antworten
Hoshi - 13. Jul, 16:22

Sehr gerne!! Ich danke dir...
antworten
Iggy - 13. Jul, 17:52

keine ursache... ;))
antworten
honigsaum - 13. Jul, 15:45

Freundschaft und Liebe sind der einzige Trost, den wir haben.

Iggy - 13. Jul, 16:14

das ist wohl wahr. wenn man das nicht hätte...
antworten
Chinaski - 13. Jul, 19:16

Jahh, "ich würde mich schon um dich kümmern" wird da gesagt. Ich glaube dieser Satz ist unter einfluss vom Alkohol gefallen. Ich kenne Kinder die sich nicht mal um ihre eigenen alten und brüchigen Mütter und Väter kümmern geschweige denn um irgendeinen Bekannten

C. Araxe - 13. Jul, 19:38

Warum so zynisch? Nur weil es das eine gibt, heißt es noch lange nicht, dass es das andere nicht auch gibt.
antworten
Chinaski - 13. Jul, 19:53

Warum diese Frage überhaupt? Ich glaube einfach an dem was ich sage. Wir hier können froh sein wenn 1% der Menschen um uns herum sich richtig um ihre kranken Eltern kümmern würden und wir könnten sogar vom Glück sagen wenn auch nur 0,001% der Menschen sich um kranke Bekannte kümmern würden. Vergiss nicht ich bin auf der Strasse und mit direktem Kontakt zu jäglicher Art von Menschen gross geworden. Ich bin desillusioniert.
antworten
C. Araxe - 13. Jul, 20:02

Und ich glaube nicht, dass es nur so wenige Menschen gibt (mögen sie auch leider in der Minderzahl sein), die hilfsbereit sind - nicht nur bei Menschen, die einem nahe stehen. Und das glaube ich aus eigener Erfahrung. Auf der Straße gewinnt man sicher andere.
antworten
Iggy - 13. Jul, 20:50

@ chinaski

nein, alkohol war nicht im spiel.
und dieser freund hat seine mutter jahrelang begleitet auf ihrem weg, sie hatte brustkrebs, der zu spät erkannt wurde, und das ganze hat sechseinhalb jahre gedauert, die hinterher dann unerträglich wurden. für sie. und vielleicht auch für ihn, und er war dabei, als sie starb.

für seinen vater hätte er das übrigens nicht getan. es ist wohl eine sache der zuneigung...
antworten
Chinaski - 13. Jul, 20:54

Danke für die Klarifikation
antworten
Iggy - 13. Jul, 20:58

und noch mal so allgemein:
unsere eltern sind eine andere sache. was soll man von einem vater halten, den seine krebskranke tochter anruft, um ihm zu geburtstag zu gratulieren - und der dann ohne ein wort des mitleids oder des bedauerns sagt: HAST DU SCHON AN DEINE BEERDIGUNG GEDACHT? NICHT, DASS ANDERE NOCH DAFÜR ZAHLEN MÜSSEN!

an diesem punkt habe ich mit meinen eltern abgeschlossen. wie gesagt, es ist eine sache der zuneigung...
antworten
Chinaski - 13. Jul, 21:01

Nun ich hab nicht gesagt "warum" das so ist, ich habe nur festgestellt "dass" es bei vielen so ist wie bei dir und deine Eltern.
antworten
Iggy - 13. Jul, 21:02

wie auf der straße? das ist bitter irgendwie.
antworten
Chinaski - 13. Jul, 21:06

Ne ist nichts besonderes, mit Strasse meinte ich nur dass ich seit meinen 14 Lebensjahr ohne Eltern ausgekommen bin, mal hier und mal dort gewohnt habe, mal in der Familie, mal auf der Strasse gehaust habe,...

Was ich letztenendes damit meine ist, dass wenn man so ein Leben geführt hat dann hat man ungleich grössere Möglichkeiten um verschiedene Menschen kennenzulernen. Es ist nicht bitter. Man merkt nur dass man in einigen Bereichen des Lebens den anderen um Meilen vorraus ist.
antworten
Iggy - 13. Jul, 21:19

auch mit eltern ist es manchmal nicht besser. ich grübele immer noch, was sie mir vermittelt haben und komme auf nichts.
und es ist klar, dass du ein ganz anderes spektrum an erfahrungen hast, ich musste zumindest nie hungern, hatte immer ein dach über dem kopf, und das ist schon sehr viel wert.
antworten
Chinaski - 13. Jul, 21:27

Ja das gibt es auch. Diese Seite der Medaille ist vielleicht sogar noch bitterer. Eltern haben und nichts brauchbares vermittelt zu bekommen ist bitter. Denn wenn man die Eltern nicht um sich herum hat, kann man immernoch sagen: gut, diesen und jenen Fehler hätte ich nicht gemacht wenn meine Eltern mir den rechten Weg gezeigt hätten" aber was sagt man wenn man Eltern hat und dennoch keine Hilfe erhält?..

Der Unterschied ist genauso riesig wie der Unterschied zwischen hungern mitten in Deutschland und hungern in Sudan und Tschad. Dort hungern die meisten, da fällt man nicht auf, das akzeptiert man leichter weil man dort einer von vielen ist die hungern aber hier tut es weh wenn man sieht dass man zu einer ganz kleinen Minderheit zählt die hungern müssen...
antworten
Iggy - 13. Jul, 21:44

nichts brauchbares vermittelt bekommen und dennoch ein pflichtbewusstsein ihnen gegenüber zu haben, das ist das, was mich wurmt. aber es gibt schlimmeres. es geht mir gut, ich bin ein bisschen verkorkst, aber damit kann ich leben.

was den hunger betrifft, so gibt es ihn hier vielleicht nicht in dieser extremen form, noch nicht (hmmm), aber es gibt bestimmt eine art von seelischem hunger, der nicht gestillt werden kann. und wenn man dann noch so fernsehserien sieht, wo die familie das höchste und beste ist, dann kommt man schon leicht ins verzweifeln über sich selber. *lach*
antworten
trurl60 (Gast) - 13. Jul, 22:54

Es wird sich alles einspielen, und es ist noch nicht alles zu spät.

Iggy - 14. Jul, 08:37

einspielen ja, man organisiert alles, aber zu spät ist es schon...
antworten
tschapperl - 14. Jul, 09:07

"Zu spät" ist es nur, wenn man auf einen Bahnsteig hinaufläuft und nur die Rücklichter des Zuges sieht.
Es ist nur eine andere Phase des Lebens - Sterben ist ein Teil davon. Es ist die Zeit des Daseins für Jemanden und des unaufdringlichen Zuhörens und angemessener unübertriebener Empathie.
Und des Bewußtseins, dass JEDER von uns einmal die Rolle des Todkranken und Verstorbenen spielen wird.
antworten
Iggy - 14. Jul, 14:08

aber sind es nicht die rücklichter des zuges, die man dann sieht? man sieht das leben quasi nur noch von hinten, und ein neuer zug wird auch nicht mehr kommen...
ich rebelliere noch dagegen. egal gegen welche rolle.
antworten
Bermejo (Gast) - 14. Jul, 16:57

nein

du siehst das leben nicht von hinten, es ist nur die perspektive die wechselt
antworten
Iggy - 14. Jul, 17:26

vielleicht sieht man das leben von anfang an, vielleicht verliert man sich in erinnerungen, um nicht an die zukunft denken zu müssen.
antworten
Iggy - 14. Jul, 14:01

@ flor
yahoo!!!

_Mo - 14. Jul, 17:52

Ich habe genau DAS im März erlebt. Es IST unvorstellbar schwer..... und ohne einige einfühlsame, aber auch ehrliche Freunde hätte ich es nicht geschafft....

Ich wünsche Dir, dass Dir ähnliches erspart bleibt und dass Du immer jemanden an Deiner Seite hast, wie Du ihn im Text beschrieben hast.

LG
Mo

Iggy - 14. Jul, 18:38

das hoffe ich auch! danke.
ich mag auch gar nicht dran denken, und ich kann's mir einfach nicht vorstellen...
antworten
Lo - 15. Jul, 00:29

...

Iggy, ich muss augenblicklich erleben, wie es meinem besten Freund, der ein immer fröhlicher, liebenswerter und für mich wertvoller Mensch ist, von Tag zu Tag immer schlechter geht. Er kann nur noch palliativ behandelt werden, der böse Lungenkrebs (kein Raucher) ihm immer mehr die Luft zum Leben nimmt, wobei er doch nur noch einen Lungenflügel hat. Seit der Diagnose vor zweieinhalb Jahren haben wir immer wieder gehofft, und doch von Untersuchung zu Untersuchung jedesmal einen Teil unserer Hoffnung, dass wir beiden gemeinsam zusehen können, wie unsere gleichaltrigen Söhne ihren Weg machen, dass wir auch noch im Alter später noch so manchen Kilometer philosophierend oder albern scherzend an unseren geliebten und erlebten Nordseeinsel-Stränden Langeoog und Sylt ablaufen würden, begraben müssen.
Seit gestern hat mein guter Freund ein Sauerstoffgerät, um ihm das Atmen zu erleichtern.
Und ich würde was drum geben, wenn ich ihm und seiner Familie etwas von seinem Leiden, seiner Angst vor dem Sterben abnehmen könnte.
Und ich erkenne, wie hilflos ich bin.
Ich, der sonst ein große Klappe, Humor, Lebenslust und Zufriedenheit besitze, merke, wie schwach ich bin. Und erkenne, wie wichtig jeder einzelne Tag ist. Und Schiß hab ich.
Wie mag es erst in ihm aussehen, wo er doch weiß, dass seine Lebenserwartung nur noch von kurzer Dauer ist?

Liebe Grüße!
Lo

Iggy - 15. Jul, 09:41

ach lo, das tut mir jetzt leid, das ist nicht der richtige ausdruck, ich könnte heulen, wenn ich so etwas lese. es ist einfach nicht fair.
im augenblick häuft es sich, oder ist das erst der anfang? eine tante mit 63 gestorben, lungenkrebs, dann gehirntumor (raucherin), ein arbeitskollege mit 50 (nichtraucher) lungenkrebs, ein onkel mit 56 (raucher) lungenkrebs - und jetzt meine schwester (raucherin bis vor 2 jahren) erkrankt mit 52, und sie hat den nicht operablen mit metastasen...
manchmal denke ich, das ruhrgebiet ist nicht die gesündeste "landschaft".
antworten
svarupa - 15. Jul, 08:03

Liebe Iggy,

wenn Du einmal einen Rat benötigst, oder auch einfach nur mal reden möchtest, Du hast meine Mailadresse, ich geb’ Dir auch gern meine Telefonnummer.

Es ist nun einmal so, wir können einem von Beginn an nicht ausweichen, unserem Tod. Ich habe in den letzten drei Wochen meinen Freund begleitet und letzte Woche mußten wir noch einen mitten aus dem Leben gerissenen Kollegen beerdigen. Nicht nur der Tod beider, sondern auch das Verhalten der Menschen auf diesen beiden Beerdigungen holte mich gänzlich wieder auf den Teppich zurück. Die Menschen verweigern sich, sie sind nicht dazu in der Lage, damit umzugehen.
Durch meine Hospizarbeit habe ich eine andere Einstellung zu diesen Dingen, wir sind es den Menschen, die gehen müssen, einfach schuldig, dass sie mit uns rechnen können, denn sie müssen in diesem Augenblick gehen, nicht wir.

Es gibt zwar inzwischen mehr Hospize, ambulante Hospizdienste und auch in der palliativen Betreuung ändert sich langsam aber sicher die Qualität der Betreuung, aber insgesamt wird immer noch zu wenig getan.

Ich wünsche Dir viel Kraft, damit Du ihre Kraft und ihren Mut, aber auch ihre Akzeptanz dessen unterstützen kannst. Die Menschen, die akzeptieren, dass sie gehen müssen, gehen ungleich leichter, als die Menschen, die sich immens dagegen wehren.

Liebe Grüße
Sylvia-Maria

@Lo: auch Dir wünsche ich ganz viel Kraft. Der Tod meiner Tochter lehrte mich etwas, dass am Ende dieser Endgültigkeit nur noch eines bleibt: die Liebe an sich. Und wenn man dann weiß, dass man als letzten Dienst eben nur noch diesen allerletzten Dienst erweisen kann, ermöglicht diese Liebe nicht nur die Kraft für die Begleitung, sondern sie verändert auch den eigenen Blickwinkel.

Iggy - 15. Jul, 10:33

danke maria,
vielleicht irgendwann.
ich befürchte nur, ich bin auch uneinsichtig, weil das alles so sinnlos ist, nicht das sterben, damit könnte ich mich abfinden, aber die schmerzen und der körperliche verfall, die machen mir zu schaffen.
am liebsten würde ich für ein paar monate in urlaub fahren, mich also wegschleichen, ich bin feige... aber das geht natürlich nicht, man ist es ihr schuldig, denn sie hat es ja unendlich viel schwerer. und sie wehrt sich...
antworten
svarupa - 15. Jul, 16:09

... "Du bist nicht feige, Du bist bange, und dass darfst Du auch sein".... sagte meine Großmutter immer.
antworten
Iggy - 15. Jul, 16:41

ja stimmt, bangbüxe, das passt zu mir. nach außen hin große klappe, aber wenn's dann ernst wird...
antworten
flor - 15. Jul, 15:05

was willste dich auch bei dieser hitze draussen quälen, wenn du doch eine wohnung dein eigen nennen kannst...

Iggy - 15. Jul, 15:34

das ist so eine blöde angewohnheit von früher, als das wetter noch nicht so heiß war. da sagten die eltern immer: geh raus, es ist schön draußen...
na ja, und jetzt geht man immer noch raus. will heißen: die meisten... aber ich nicht mehr. ;))
antworten
flor - 15. Jul, 15:45

wenn es schön draussen ist, gehe ich gerne raus aber heiss ist nicht schön und drückend heiss ist auch nicht schön...finde ich...

by the way: ich hatte einen kilometer weg von der nordsee mal ein häuschen und mein nachbar, der dort geboren ist und sein ganzes leben dort verbracht hat, hat nicht geraucht und ist an lungenkrebs gestorben, also kannst du auch im ruhrgebiet bleiben...
antworten
Iggy - 15. Jul, 16:17

ich weiß ja, dass es wohl hauptsächlich an den genen liegt, aber wenn man geballt raucht und dann noch miese luft einatmet, dann ist das risiko bestimmt noch höher als wenn nicht...
antworten
flor - 15. Jul, 16:33

das stimmt schon aber letzendlich ist es auch egal. klar kann man die umstände verfeinern aber ob es letztendlich hilft ist fraglich. meine mutter hat mindestens 50 jahre geraucht (also auch 50 jahre "genossen", sofern man das geniessen nennen kann) und ist mit 74 jahren gestorben.
antworten
Iggy - 15. Jul, 16:59

also fast bis zum ende? das ist konsequent! oder hängt man dann nicht mehr so am leben? glaube ich eigentlich nicht...
antworten
flor - 15. Jul, 17:04

die letzten drei jahre hat sie nicht mehr geraucht, ging wohl auch nicht weil die luft zu knapp wurde...mit zunehmendem alter weiss man ja, dass es immer knapper wird aber wie hat curd jürgens mal von sich gegeben: lieber nur 60 werden aber richtig leben...und der hat gelebt aber eben nicht so lange...
antworten
Iggy - 15. Jul, 17:23

aber vielleicht kommt's einem ohne vergnügungen viel länger vor...
antworten
flor - 15. Jul, 17:34

so ist das bestimmt auch, es kommt einem so vor weil langweiliger, deshalb zieht sich das in die länge und wozu? dann lebe ich lieber kürzer aber intensiver...hab ja notfalls mein päckchen ;-)
antworten
Iggy - 15. Jul, 19:24

das notpäckchen? ;)
antworten
Schlafmütze (Gast) - 15. Jul, 21:27

Also was ist denn an einem Leben spannender, wenn man raucht ... ??? ;-)

Das ist doch jetzt nicht euer ernst, oder ???
Liebe Grüße
antworten
Iggy - 15. Jul, 21:54

keine panik, wir haben nur witze gemacht. ich selber rauche seit fast fünfzehn jahren nicht mehr, aber irgendwas muss ja dran sein, wenn so viele andere noch rauchen... *lach*
also mach dir keine sorgen und liebe grüße zurück!
antworten

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