Frueher

Samstag, 28. Juli 2007

Oldie Nacht

Es ist Sommer, und im Sommer findet immer das Grugasommerfest statt. Eigentlich wollte ich ja heute hingehen, aber heute regnet es wie aus Kübeln, obwohl das gar nicht so angesagt war. Und deswegen bin ich froh, dass ich gestern da war zur Oldie-Nacht.
Gestern war das Wetter wie in der Karibik und manche Ausblicke auch:

Ich wollte nur ganz kurz gucken, bin aber dann doch hängengeblieben, und viele der alten Stücke riefen gewisse Erinnerungen wach.

T-Rex mit "Get it on". Damit wurden wir immer in der Jugendherberge in Domburg (Südholland) geweckt...

Deep Purple mit "Smoke on the water". Ich sah sie zum erstenmal als junge aufsteigende Gruppe bei einem Mammutkonzert mit an die vierzig anderen Gruppen. Ein Bekannter hatte es organisiert, es war das erste Festival dieser Art, und er ist fast reich dadurch geworden...

The Nice mit "America". Das selbe Festival. Es war eins ihrer letzten Konzerte, aber es war wirklich irre, wie Keith Emerson sein damals noch orgelgroßes Keyboard maltretierte und das Stück "America" natürlich auch...

Creedence Clearwater mit "Bad Moon Rising". Der obengenannte Bekannte schwärmte für CC, holte sie nach Essen in die Grugahalle, hatte aber vergessen, Groupies zu besorgen. Als ich nach dem Konzert auf meinen Freund wartete, der mit der Bühne zu tun hatte, da drückte mir ein Typ von CC tatsächlich seine Hoteladresse in die Hand. Ich fühlte mich geschmeichelt, habe das Angebot aber ausgeschlagen...

Während Grilldüfte in der klaren Abendluft aufsteigen - und auch sehr junge Leute in dieser Oldie Nacht neben mir tanzen, kommt mir in den Sinn:
Du hast eine gute Zeit erwischt, in jeder Beziehung...

Freitag, 6. Juli 2007

Dancing with tears...

Es waren einmal meine Lieblingsschuhe. Jeder hat ein Paar Lieblingsschuhe, denke ich mal. Aber ICH habe meine Lieblingsschuhe konserviert, ich ahnte damals wohl schon, dass sie nicht ewig halten würden und habe sie von Anfang an selten getragen: Beim morgendlichem Spaziergang nach einer seltsamen irren Liebesnacht, manchmal zum Tanzen und manchmal einfach nur, um sie zu zeigen. Ich fühlte mich unglaublich darin, sie passten, klischeehaft gesagt, wie eine zweite Haut - und sie sahen toll aus.


Natürlich sind sie nicht mehr so schön wie vor fünfundzwanzig Jahren. Jetzt sind sie abgewetzt, die Spitzen sind eingedrückt, und die meiste Zeit ihres Restlebens liegen sie in einer Schublade.

Aber alle paar Jahre hole ich sie heraus. Sie passen nicht mehr so optimal wie früher, sind enger geworden, aber es geht gerade noch. Ich mache ein paar Tanzschritte zu der Special Remix Version von "Dancing with thears in my eyes", und das war's dann schon.

Ich packe sie weg und schone sie bis zum nächsten Mal.

Samstag, 31. März 2007

BERLIN IST DIE EINZIGE STADT DER WELT,

IN DER IN ALLEN HIMMELSRICHTUNGEN OSTEN IST! Diesen Spruch hat mir W. aus L. zur Verfügung gestellt, ich selber kannte ihn bis dato nicht, nicht den W. sondern den Spruch, aber er schien mir ziemlich passend für meine Story zu sein, die in der Vergangenheit und in Berlin spielt...

Letztens fand ich ein ururaltes Notizbüchlein, und darin standen Notizen und auch Telefonnummern von Leuten, die ich seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen habe. Es war ein interessantes Büchlein, wenn auch ein wenig verwirrend, zum Beispiel der hingekleckste Eintrag: „fahren gleich nach drüben“...
Der nächste Eintrag war seltsamerweise mit Lippenstift geschrieben, deswegen ziemlich groß und rot geraten:


„Teestube gut,


K. kennengel.“



Ich dachte wirklich angestrengt darüber nach, bis sich die Schleier der Vergangenheit ein wenig hoben. Diese Einträge mussten aus den Jahren 1967 oder 1968 stammen.

Ich war zu dieser Zeit zweimal in Berlin, Tschuldigung, damals hieß es natürlich noch Westberlin. Einmal im Winter zu einer Demonstration und einmal im Herbst mit einer Freundin. Aber was hatten die kryptischen Lippenstiftaufzeichnungen zu bedeuten?
Es war mühsam zu rekonstruieren, aber mittlerweile habe ich herausgefunden, dass die Demonstration nach der Erschießung des Studenten Benno Ohnesorg (die Kommilitonen redeten von Ermordung) stattfand, und es muss im Winter 1967/68 gewesen sein.
An die Demonstration selber kann ich mich kaum erinnern. Zu dieser Zeit war ich in einem Club Mitglied, der ein wenig (hahaha) links orientiert war. Ich war aber nur nebenbei dort, denn die Jungs waren nicht übel... Nee, was bin...äääh war ich für ein oberflächliches Ding.
Fast alle Mitglieder des Clubs hatten regen Kontakt zu Leuten in der Ostzone. Genau, Ostzone! Niemand nannte die DDR „DDR“, man nannte sie höchstens „sogenannte DDR“. Aber das waren schon richtige Linke, die so etwas taten – oder Geschäftsleute... Gemeinhin wurde dieses fremde Land als SBZ bezeichnet, und das hieß so viel wie: Sowjetisch Besetzte Zone. Und die war so weit entfernt und unerreichbar, als läge sie in einer anderen Galaxis. Aber Westberlin - eine kapitalistische Enklave mitten im sozialistischen Umfeld der „SBZ“ – konnte man als Westdeutscher (und somit als Bürger des one-and- only-state) gut erreichen.

Wir fuhren also nach Westberlin, um an dieser Demonstration teilzunehmen. Wir fuhren mit einem Bus hin, und wir dachten alle, wir wären die Guten. Wir waren ja schließlich Sozialisten und links und überhaupt - was sich an der Grenze aber ganz anders darstellte.
Man ließ uns aussteigen, und wir mussten uns in einen kleinen Raum begeben, der mit Holzbänken ausgestattet war und der fürchterlich nach Desinfektionsmitteln stank (das vermuteten wir jedenfalls). Man ließ uns zwei Stunden dort sitzen, bis alle Formalitäten abgewickelt waren, unter anderen mussten wir einen Fragebogen ausfüllen, warum, weshalb und wieso wir nach Westberlin wollten, obwohl die Penner doch sicher wussten, warum weshalb und wieso wir dorthin wollten.
Aber endlich ging es doch weiter. Es war Winter, und es gab nichts Trübsinnigeres als diese Autobahn, die gleichzeitig auch die Transitstrecke nach Westberlin war. Man fühlte sich sehr allein und einsam. Weit und breit war kaum anderes Auto zu sehen, und wenn dann waren es natürlich welche aus der BRD (Bundesrepublik Deutschland), die sich penibel an die Geschwindigkeitsbegrenzung hielten. Man hatte wohl schon davon gehört, dass zu schnelles westdeutsches Fahren eine der wichtigsten Devisenquelle des ostdeutschen Staates war, abgesehen von gewissen anderen.
Aber diese verlassene Autobahn war auch schön, die Sonne schien, es war lausig kalt draußen, das spürte man, denn die Kälte zog durch die Ritzen des Busses hinein und machte kalte Füße, aber draußen zogen Birkenwälder mit raureifbedeckten Ästen an uns vorbei, und der Himmel strahlte in einem blassen Blau. Doch, es war schön, eintönig zwar und einsam, aber schön.
Auf dem letzten Stück vor der Einfahrt nach Westberlin war die Autobahn durch Panzer gesichert, die QUER an ihrem erhöhten Rand standen, und diese Panzer machten einen sehr bedrohlichen Eindruck. Sie hätten bloß losrollen müssen, dann hätten sie jedes Fahrzeug zerquetscht...

Egal, Westberlin!

Was für ein Leben auf den Straßen, vor allem im Vergleich zu der tödlichen Einsamkeit der Transitstrecke. So viele Menschen und vor allem so viele Autos! Leben eben!
Wir übernachteten in einer Jugendherberge, Machten am nächsten Tag die Demo mit, sahen Rudi Dutschke (Moment einmal, das Attentat auf Rudi Dutschke fand im April 1968 statt, also muss es 1967/68 gewesen sein), waren richtig gut drauf und riefen Sprüche wie: Ho Ho Ho tschi min!
Eine französische Gruppe rief Sprüche wie: US assasins, liberez le vietnam! (Übersetzung von einer, die wirklich nichts vom Französischunterricht behalten hat: Ihr amerikanischen Mörder! Gebt Vietnam frei! Oder so ähnlich.
War halt die übliche Prozession und dauerte die üblichen zwei Stunden.
Aber ich war nicht „drüben“, und ich kann mich auch nicht daran erinnern, in einer „Teestube“ gewesen zu sein. Ich kann mich eigentlich nur an die Demo erinnern, alles andere ist verschwommen.

Also muss es bei der anderen Reise passiert sein:

Es war im Herbst, und ich flog mit meiner Freundin Marlis nach Westberlin. Es war mein erster Flug überhaupt, und die Fluggesellschaft war die „British Airways“. Deutsche Airlines (es gab damals nur die Lufthansa) durften Westberlin nicht anfliegen.
Wir wohnten bei meiner Tante, die wiederum in einem winzigen nicht weit vom Ku’damm entfernten Appartment wohnte.
Es war eine grandiose Zeit, wir waren in Kreuzberg in angeblichen Künstlerkneipen, wir waren bis in die Puppen in anderen Kneipen, denn in dieser schönen Stadt gab es keine Sperrstunde, und es gab großzügige Menschen, die netten Mädels aus dem Ruhrgebiet die Getränke ausgaben...

Und natürlich fuhren wir nach Ostberlin.

Wir fuhren mit der S-Bahn, und die Formalitäten waren erstaunlich kurz. Man wollte nur unsere Kohle. Ich glaube, es waren 20 DM, und das kam uns damals sehr teuer vor. Aber die Versuchung war zu verlockend, dieses exotische Land einmal in Natura zu sehen. Für diese 20 Mark erhielten wir einen gewissen Gegenwert im Werte von 20 Ostmark. Das war, wie wir später feststellen mussten, eine grandiose Summe, nur leider konnte man sich nicht viel dafür kaufen.
Als wir in Ostberlin ausstiegen, sah alles ziemlich normal aus. Nur ein Typ nervte uns, er quatschte uns permanent an und wollte Kugelschreiber von uns haben. Ich überließ ihm schließlich meine beiden.
Danach versuchte ich, Zigaretten an einem Automaten zu ziehen, das klappte hervorragend, der Automat schluckte das leicht Ostmarkzeug und spuckte dafür Zigaretten aus. Aber die schmeckten beschissen, erst einmal waren sie ohne Filter, und sie schmeckten eben beschissen. Ich weiß leider nicht mehr, wie sie hießen. Irgendwas mit „Karo“ oder so ähnlich.
Aber die Bauten waren unbeschreiblich überwältigend, die Straßen waren sehr breit, und vor allem waren kaum Autos auf den Straßen zu sehen. Vielleicht kamen sie mir deswegen so breit vor.
Als wir uns müde gelaufen hatten, wollten wir in das neue riesige Cafe am Alexanderplatz gehen, aber da war es brechend voll, und wir hatten keine Lust, uns in die Warteschlange einreihen. Ein paar Nebenstraßen weiter fanden wir ein anderes Cafe, es erinnerte an ein Wiener Kaffeehaus, und es war fast leer. Der Kaffee schmeckte ein wenig dünn, aber der Apfelkuchen war klasse, wenngleich die Sahne dazu gar keine richtige Sahne war, sondern wohl aus dem Versuch einer geschlagenen Kondensmilch bestand.

Am Bahnhof nervte uns dann wieder ein Typ, der unbedingt Kugelschreiber haben wollte. Ich hatte keinen mehr, aber Marlis fand noch einen...

Wir fuhren also heim, wirklich heim in das Leben, von weitem sahen wir schon die freundlichen Lichter von Westberlin, es war so, als wären wir heimgekehrt (auch wenn ich mich wiederhole, es war so). Und der Ku’damm begrüßte uns mit prallem Leben.
Wir fanden schließlich in einer Nebenstraße eine Kneipe, die uns vorzüglich gefiel. Sie hieß „Teestube“, die Typen darin sahen alle nicht schlecht aus, und wir kamen ganz gut bei denen an, vor allem Marlis, die aussah wie eine Mischung aus großäugigem Rehlein mit Schmollmund und einem Vamp im Minirock und überkniehohen weichen Wildlederstiefeln. Marlis selber war fast perfekt und überwältigend, aber meine Beine waren schöner als ihre. Na immerhin etwas!
Und ich lernte tatsächlich einen sehr interessanten Typen kennen, er sah zwar nicht klassisch schön aus, war dafür aber sehr intelligent und zynisch. Er trat in der Teestube auf als Mitglied einer Zweiertruppe, genannt die „Edelweiß-Sisters“. Natürlich vertiefte ich diese Bekanntschaft nicht, ich war damals viel zu jung für so etwas, ich fühlte mich nur wahnsinnig geschmeichelt, dass dieser Typ, dessen rechtes Auge irgendwie total vermatscht aussah, sich irgendwie für mich interessierte. Wahrscheinlich herrschte Frauenmangel in Westberlin.

Oh, allmählich kommt’s mir! Ich hatte keine Kugelschreiber mehr, weil alle in Ostberlin geblieben waren und schrieb deswegen meine Notizen mit Lippenstift in mein kleines rotes Büchlein. Das war’s dann. Alles fast klar!

Seltsamerweise fand ich noch einen Eintrag mit K. in meinem kleinen roten Büchlein. Es war zur Zeit der Essener Songtage, als ich im ehemaligen Olympia-Kino war, um diverse Gruppen anzuschauen, unter anderem die „Mothers of Invention“ mit Frank Zappa. Und wieder lernte ich K. kennen, der mittlerweile recht berühmt geworden war, und wieder vertieften wir unsere Bekanntschaft nicht.
Ich hatte nämlich irgendwie meine Tasche verloren mit allem möglichen Zeugs drin und ging lieber nach Hause als in das Zeltlager am Baldeneysee, wo die ganzen Berühmtheiten campierten und wohin mich K. eingeladen hatte. Als ich eine halbe Stunde später zuhause war, brachten mir wohlwollende Festivalbesucher meine Tasche vorbei, aber da war es natürlich zu spät, um ins Camp zu fahren und der Lust zu frönen. Quatsch, Lust! Auch zu diesem Zeitpunkt war ich noch nicht so weit. Ich war eben die absolute Spätzünderin.

Was hätte also unter anderen günstigeren Umständen werden können zwischen K. und mir? Ich denke: Nichts.

PS: Mittlerweile habe ich festgestellt, dass die Freundinnenreise die erste Reise war, und zwar fand sie im Herbst 1967 statt.
Die Fakten sprechen dafür:
02.06.1967: Benno Ohnesorg wird erschossen
11.04.1968: Attentat auf Rudi Dutschke
??.09.1968: Essener Songtage

Ist aber auch egal...


und verflucht lang geworden!

Dienstag, 6. Februar 2007

Wer weiß noch,

dass man vor Urzeiten Eis selber zubereiten konnte? Man brauchte dazu nur:

1 Päckchen sauteure Eiszubereitung

geschlagene Sahne (echte geschlagene Sahne, keine Sprühdosensahne)

Milch, Zucker, einen Schneebesen und gute Muskeln - und nach schlappen drei Stunden hatte man dann ein wunderbar hartes Eis in der Eiswürfelschale - falls man es da rauskriegte...

Verfeinern konnte man es mit Instant-Nescafe, damals die neue Superlative.

Tja, das waren noch Zeiten!

Montag, 17. Juli 2006

Mein Handtuch und ich

Der Baldeneysee in Essen - ich muss ihn selber mal fotografieren. Er ist wirklich wunderschön.

Es gibt dort eine Art Strand, ich zitiere:
Karibikfeeling mitten im Ruhrgebiet! Das Seaside Beach Baldeney ist die perfekte Sommerlocation direkt am Wasser und besticht mit 10.000 m² feinstem Sandstrand, Cocktaillounge und Urlaubsatmosphäre.

Nicht schlecht, sieht nett aus, obwohl mich das Wort "Sommerlocation" irgendwie zum Lachen bringt.

Und ich muss automatisch an früher denken, als das Strandbad am See noch ein richtiges Bad war und nicht nur ein feinster Sandstrand mit allen Schikanen. Damals gab es zwei riesige ungekachelte Betonbecken, eins für Nichtschwimmer, das andere ausschließlich für die ganz harten unter den Schwimmern, denn das Becken hatte gerade mal 15° Wassertempertatur, wenn es frisch gefüllt war - es wurde von einer Quelle im Wald gespeist. Nach einer heißen Woche erreichten die Temperaturen manchmal satte 17°, aber das war schnell vorbei, denn pünktlich nach einer Woche wurden die Becken neu gefüllt mit reinem eisigen Naturquellwasser.

Sand gab es natürlich auch nicht, stattdessen war da eine unendlich große Wiese mit uralten schattenspendenen Bäumen.

Eintritt: 1 DM

In den ersten Tagen ist es noch nicht heiß genug, um ins Wasser zu gehen. Ich liege einfach auf meinem Handtuch und sonne mich, hole mir was zu trinken und sonne mich, denke nach, es ist noch schön leer, die Ferien haben noch nicht angefangen. Und sonne mich...

Drei Tage später ist das Wetter immer noch prächtig, und ich gehe tatsächlich ins Wasser, erst mit den Fußspitzen ein wenig hinein, aua haaaaa...kalt..., dann versuche ich vorsichtig, meine
Knöchel mit dem eisigen Zeugs zu benetzen und dann allmählich, ganz allmählich, man darf nichts überstürzen, die Knie. Es tut weh, so kalt ist es, aber es ist schön, dass die Sonne mich von oben wärmt, und ich will ins Wasser, koste es was es wolle!

Das Wasser fühlt sich an wie eine riesige Schüssel mit Eis...

Dann ganz langsam den Bauch und den Rücken mit dem eiskalten Wasser bespritzen - schnell muss es gehen. Grässlich kalt ist das Wasser! Bibber.... Dann ohne zu denken sich ganz hineingleiten lassen, nach Luft schnappen, denn der Schock ist noch größer als erwartet - und dann ein paar Minuten angestrengt schwimmen, bis die Glieder steif werden.

Nach diesen paar Minuten klettere ich mit steifen unterkühlten Beinen aus dem Becken, wanke torkelig in Richtung Handtuch und lasse mich entkräftet darauf nieder. Ich liege ermattet und ausgelaugt da, und die ganze Welt scheint sich mit mir zu drehen.

Die Erde dreht sich tatsächlich unter mir, das ist ganz deutlich zu fühlen. Und die Erde selber bewegt sich ja auch noch. Wie schnell ist sie? Ich glaube, sie ist 30 km schnell. Das ist die Strecke, die sie in einer Sekunde in ihrer Umlaufbahn zurücklegt. 30 km in der Sekunde, das ist schon verdammt schnell, da kann's einem echt schwindelig werden. Und die Milchstraße mit der Sonne, die in diesem vollkommen aus der Mode gekommenen Spiralarm unserer Milchstraße liegt, ich glaube, das ist aus "Per Anhalter durch die Galaxis", bewegt sich ja auch noch durch den Weltraum. Unendliche Weiten... Mir wird ein bisschen schwindelig.

Ich liege auf meinem Handtuch, und die Sonne streichelt mich sanft. In ein paar Stunden werde ich wieder voll bewegungsfähig sein...


Tja, reine Nostalgie. So ein Bad wird es nie wieder geben, und in das Seaside Beach Baldeney zieht mich ehrlich gesagt nix hin. Es ist vorbei, aber manchmal, vor allem an einem heißen Tag so wie heute, denke ich daran zurück und fühle immer noch das Eis auf der Haut... Bibber!!!

Dienstag, 6. Juni 2006

Mein erster war...

Tja, wer war es wohl? *grins* Sollte ich erklären...

Ich weiß, ich gelte als Proll, weil ich kein Auto besitze. Man hält mich für sagenhaft arm deswegen, man macht mir manchmal absonderliche Vorschläge, man weiß von enorm billigen alten Rostlauben zu berichten, die für ein Spottgeld (denn mehr könnte ich mir ja eh nicht leisten) zu haben sind. Und man wundert sich, dass ich nicht drauf abfahre. Denn ich brauche in der Großstadt kein Auto, es ist eher hinderlich für mich.

Aber trotzdem erinnere ich mich gerne an die Zeiten, als ich noch motorisiert war. Vor circa zwanzig Jahren.

Mein erster Wagen war der hier:
kaefer cabrio
Käfer-Cabrio Baujahr ca. 1962. Herrliche offene Zeiten!

Mein zweiter war: Kahrmann Ghia Baujahr ca. 1975. Ließ ich übrigens british racing-green lackieren.
karmann-ghia
Klein aber fein. Konnte damit jede Menge Leute und Sachen transportieren. Leider hab ich mir im Winter den Hintern abgefroren wegen mangelnder Heizung.

Mein dritter und letzter war: Forpel Coupé Baujahr ? Kein Foto (will niemanden diskreminieren). Der hat mich sowas an Nerven gekostet: Wasserpumpe kaputt, konnte immer nur ein paar Kilometer damit fahren, bis der Kühler kochte, die Motorhaube ging nur mit diversen Tricks auf. Ich hatte dermaßen die Schnauze voll, und als ich während einer Straßenbahnfahrt (weil der Kühler kochte) einen Prospekt mit den neuen öffentlichen Verkehrsttarifen fand, da dachte ich mir: Was soll der ganze Mist! Schaff die Karre ab, fahr nur noch mit der Essener Verkehrs AG....

Und was soll ich sagen? ich habe es nicht bereut. Ich bin frei!

Autos, die ich nebenbei noch gefahren habe (vom Exfreund):
Mercedes 300 SE
mercedes
(sogenannter Strunzundgibanwagen) mit hakeliger Viergangschaltung, an der Ampel konnte man damit keinen stehen lassen, auf der Autobahn schon eher, beschleunigte langsam. aber dann unendlich...

Jaguar E-type, Farbe natürlich rot.
e-type jaguar
Mein erstes Auto mit Schocke, hatte Angst ihn abzuwürgen, fuhr sich wie ein Mittelding zwischen ein paar Rollschuhen und einem LKW. Aber aufgefallen ist man damit wie ein bunter Hund. Beschleunigte sagenhaft gut, die Leute, die man (in den zweiten Gang schaltend) überholte, waren in Ehrfurcht erstarrt. Auf die Autobahn hab ich mich allerdings nie mit ihm getraut.

Willys-Overland, echter Jeep
overland
mit einer indirekten Lenkung, man musste am Lenkrad drehen wie bescheuert ('ne Kurbel wäre angebracht gewesen), sonst fuhr man unaufhaltsam gegen eine Wand oder gegen was anderes.

Was sonst noch? Ein Volvo war dabei und ein Mercedes Diesel Strich Acht, den muste man noch vorglühen. Leider konnte ich ihn nicht ausschalten (beim erstenmal) und würgte ihn stattdessen stilgerecht ab.

Tja, das waren noch Zeiten...

Ach ja, seitdem mich kein Auto mehr besitzt, hab ich viel mehr Kohle zur Verfügung...

Freitag, 10. März 2006

...





... Ja, ist schon lange her.
... Nein, sag ich nicht.
... Wen ich gewählt hab? Die nicht.
... Ja, das Foto haben die ohne mein Wissen gemacht.
... Nein, das ist kein Joint...

Samstag, 11. Februar 2006

ein Konzert

Gerade eben las ich auf der HP eines Bekannten durch Zufall den Satz:
Im Sommer 1964 ein Liebeslied ganz anderer Art. Love me do, gehört im Strandbad Wannsee - aus dem Kofferradio vom Nebenhandtuch.

Ja, die Beatles! Kaum zu glauben, wie lang das schon her ist!

Und schlagartig erinnerte ich mich an mein erstes und einziges Beatles-Konzert. Ja so alt bin ich schon! Dabei wollte ich niemals in ein Konzert von denen gehen, ich stand mehr auf Stones und noch mehr auf die Pretty things, die wirklich bösen Buben. Buzz the jerk! Eine Legende. Aber egal. Wie kam ich nun zu diesem Beatles-Konzert, das außerdem auch noch schweineteuer war. 18 DM waren damals 1966 kein Pappenstiel, und ich ging noch zur Schule.



Das Geheimnis bestand darin: Wir bekamen die Karten geschenkt, und zwar direkt vor der Halle. Ich saß mit meiner Freundin auf dem nackten Betonboden, wir aßen Weißbrot und Käse und tranken Rotwein aus der Flasche, machten also auf französisch. Um uns herum standen mehrere hundert Leute, die keine Karten bekommen hatten, denn das Konzert war restlos ausverkauft.

Plötzlich näherte sich uns ein alter Knacker, ein Opa von mindestens vierzig (gute Güte!) Jahren, er wedelte mit zwei Eintrittskarten vor unserer Nase herum, und wir dachten zuerst, dass er einer dieser Schwarzkartenverkäufer wäre und winkten ab.
Aber nein, er wollte uns die Karten schenken! Er war mit seiner Tochter da und deren Freundinnen, die eigentlich hatten mitgehen wollen, waren krank geworden oder weiß der Kuckuck was!

Tja, und so kamen wir an die Karten...

Vom eigentlichen Konzert haben wir nicht viel mitgekriegt, denn es herrschte ein alles übertönendes grandioses Gekreische und Gejohle.

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